top of page

Gesprächskompetenz trainieren mit KI: Rollenspiele für den Berufseinstieg

Der Berufseinstieg erfordert von Studierenden nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch Sicherheit in anspruchsvollen Gesprächssituationen wie Bewerbungsgesprächen oder Gehaltsverhandlungen. Solche Formate lassen sich in klassischen Lehr- und Beratungssettings jedoch nur begrenzt realistisch üben: Individuelles Coaching ist ressourcenintensiv, Rollenspiele in Gruppen erzeugen oft sozialen Druck, und standardisierte Übungen bleiben häufig zu allgemein. Generative KI ermöglicht hier realitätsnahe, wiederholbare und individualisierbare Gesprächssimulationen mit direktem Feedback zu Inhalt, Struktur und Kommunikationsstil.


Eckdaten
Fachgebiet

Schlüsselkompetenzen / Employability

Lehrformat

Geeignet für Workshops in Präsenz, hybrid oder online sowie für anschliessendes selbstständiges Üben; der Use Case kann auch vollständig in ein Selbstlernsetting integriert werden

Zeitrahmen

30–90 Minuten im Workshop-Setting; anschliessend beliebig im Selbststudium erweiterbar

Gruppengrösse

10–30 Personen im begleiteten Format; auch für grössere Kohorten geeignet, wenn die Übungsphase individuell erfolgt

Assessment

Kein formales Assessment; die Anwendung eignet sich primär für selbstgesteuertes Lernen. Denkbar sind Reflexionsaufgaben, Lernjournale oder Vorher-Nachher-Selbsteinschätzungen

Mögliche Tools

Sprach- oder textbasierte generative KI-Systeme, z. B. ChatGPT, Claude oder Gemini. Für einen stärker strukturierten Einsatz können auch spezialisierte Lösungen wie Conelio (conelio.ai) genutzt werden


Lernziele

Die Studierenden …

  • können Bewerbungsgespräche strukturiert und adressatengerecht führen.

  • können eigene Stärken, Erfahrungen und Motivation überzeugend kommunizieren.

  • können Gehaltsverhandlungen sachlich vorbereiten und strategisch führen.

  • können KI-generiertes Feedback reflektieren, einordnen und für die Verbesserung der eigenen Gesprächsführung nutzen.

  • entwickeln mehr Sicherheit im Umgang mit herausfordernden Karrieregesprächen.


KI-Kompetenzrahmen

Dieser Use Case zahlt in die folgenden Dimensionen des St.Galler KI-Kompetenzrahmens ein:

Evaluieren & Anwenden
Evaluieren & Anwenden
Ablauf

1. Einführung: Kurzvorstellung des Konzepts KI-Rollenspiel sowie Erläuterung von Nutzen und Grenzen.

2. Szenario-Auswahl: Jede/r Studierende wählt ein Szenario, z. B. ein Bewerbungsgespräch in einer Unternehmensberatung oder eine Gehaltsverhandlung, und konfiguriert das Gespräch.

3. Simulationsphase: Durchführung des KI-Gesprächs in text- oder sprachbasierter Form.

4. Feedback-Auswertung und Reflexion: Das System liefert strukturiertes Feedback; anschliessend erfolgt eine kurze individuelle oder gemeinsame Reflexion.

5. Selbststudium: Weiteres eigenständiges Üben mit zusätzlichen Szenarien und iterativer Verbesserung.


Vorteile
  • Realitätsnahes, individualisierbares Üben in einem geschützten Rahmen

  • Beliebig oft wiederholbar und dadurch gut für den Kompetenzaufbau geeignet

  • Direktes, individuelles Feedback ohne zusätzliche Betreuungsressourcen

  • Niedrige Hemmschwelle im Vergleich zu Rollenspielen vor Gruppen

Nachteile
  • Nonverbale Kommunikation, Körpersprache und Augenkontakt werden nicht erfasst

  • KI-Feedback sollte kritisch reflektiert werden

  • Datenschutz ist insbesondere bei frei zugänglichen Standardtools zu beachten; sensible personenbezogene Informationen sollten nicht eingegeben werden

  • Die Qualität der Lernerfahrung hängt stark von Szenario-Design, Prompting und Nachreflexion ab

Beispielprompts
„Du bist ein erfahrener Recruiter einer internationalen Unternehmensberatung in Zürich. Führe mit mir ein realistisches Bewerbungsgespräch für eine Junior-Berater-Stelle. Stelle anspruchsvolle, aber faire Fragen und reagiere auf meine Antworten mit passenden Rückfragen. Gib mir nach dem Gespräch strukturiertes Feedback zu (1) Inhalt und Argumentation, (2) Gesprächsstruktur, (3) Kommunikationsstil und (4) konkreten Verbesserungsvorschlägen für meinen nächsten Versuch.“


Weitere Aspekte

Ideal ist ein geeignetes Erprobungsfeld in der eigenen Hochschullehre der Teilnehmenden parallel zum Besuch der Weiterbildung.

bottom of page