Tipps & Tools

Orientierung und Grundlagen
Eine Auswahl an KI-Themenbereichen mit empfehlenswerten weiterführenden Links.
Grundlagen der generativen KI
Generative künstliche Intelligenz (GenAI) bezeichnet KI-Systeme, die auf Basis grosser Sprach- oder Bildmodelle eigenständig neue Inhalte erzeugen (Texte, Bilder, Code oder Audio). Sie tun dies, indem sie aus enormen Datenmengen Muster lernen und auf dieser Grundlage Wahrscheinlichkeiten für die nächste passende Sequenz berechnen.
Für den Bildungsbereich bedeutet das: KI kann beim Recherchieren, Strukturieren und Feedbackgeben unterstützen. Sie ersetzt aber weder fachliche Expertise noch pädagogisches Urteilsvermögen. Wer GenAI sinnvoll einsetzen will, sollte ihre Funktionsweise, ihre Stärken und vor allem ihre Grenzen kennen (z. B. Halluzinationen, Verzerrungen, fehlende Quellen).
Weiterführend: Die ETH Zürich bietet eine fundierte und gut zugängliche Einführung zum Thema KI in Lehre und Lernen.
Rechtliche Rahmenbedingungen
In der Schweiz gibt es derzeit kein eigenständiges KI-Gesetz. Der Einsatz von KI wird über bestehende Regelwerke abgedeckt – insbesondere das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG, in Kraft seit 1. September 2023), das Urheberrechtsgesetz (URG) sowie sektorielle Bestimmungen (z. B. im Schulrecht der Kantone).
Für Schulen im Kanton St. Gallen gilt:
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Das Amt für Volksschule macht keine verbindlichen Vorgaben zur KI-Nutzung, empfiehlt aber eine sorgfältige Auseinandersetzung und einen bewussten Einsatz.
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Schulen sind gut beraten, eigene schulinterne Leitlinien zu erarbeiten – idealerweise unter Einbezug von Lehrpersonen, Schulleitung und IT-Verantwortlichen.
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Auf Bundesebene beobachtet die Schweiz die Entwicklungen rund um den EU AI Act und prüft eigene regulatorische Schritte.
Ethische Leitlinien
Der verantwortungsvolle Einsatz von KI in der Bildung orientiert sich an drei zentralen Prinzipien, die auch die ETH Zürich für ihre Mitglieder formuliert:
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Verantwortung: Die Verantwortung für Inhalte – ob Unterrichtsmaterial oder Schülerleistung, bleibt beim Menschen. KI-Ergebnisse müssen geprüft, eingeordnet und qualitätsgesichert werden.
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Transparenz: Der Einsatz von KI wird offen kommuniziert. Lehrpersonen geben an, wo und wie sie KI nutzen und Lernende deklarieren den Einsatz in eigenen Arbeiten.
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Fairness: Datenschutz, Urheberrecht und Chancengleichheit werden gewahrt. KI-Tools werden bewusst ausgewählt, um Verzerrungen und Diskriminierung zu vermeiden.
Hinzu kommt eine pädagogische Verpflichtung: Lernende sollen nicht nur lernen, mit KI zu arbeiten, sondern auch über KI nachzudenken – kritisch, reflektiert und mündig.
Didaktische Leitfragen für den KI-Einsatz
Vor dem Einsatz von KI im Unterricht lohnt es sich, einige didaktische Grundfragen zu klären. Sie helfen, KI nicht als Selbstzweck, sondern als bewusst gewähltes Werkzeug einzusetzen:
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Lernziel: Welches Lernziel verfolge ich – und unterstützt KI dieses Ziel oder umgeht sie es?
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Mehrwert: Was leistet KI hier, das ohne sie nicht oder nur schwer möglich wäre?
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Kompetenzen: Welche Kompetenzen sollen die Lernenden im Umgang mit KI entwickeln (Verstehen, Evaluieren, Gestalten, Anwenden, Zusammenarbeiten, Verantworten)?
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Transparenz: Wie machen Lernende und Lehrende den KI-Einsatz sichtbar und nachvollziehbar?
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Bewertung: Wie passe ich Leistungsnachweise an, damit eigenständige Lernleistung erkennbar bleibt?
Der St.Galler KI-Kompetenzrahmen dient als praxisnahe Orientierung. Die PHSG bietet zudem das Weiterbildungsmodul «KI-Pionier:in» an, welches diese Perspektiven für Schulen aufbereitet.
Datenschutz & Urheberrecht
Beim Einsatz von KI-Tools sind zwei Themenfelder besonders sensibel:
Datenschutz
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Keine Personendaten (Namen, Noten, Schülerarbeiten mit identifizierbaren Angaben, Gesundheitsdaten) in kommerzielle KI-Tools eingeben – insbesondere nicht in kostenlose Versionen, deren Daten häufig für Trainingszwecke verwendet werden.
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Daten möglichst anonymisieren oder pseudonymisieren.
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Tools mit Standort in der EU/EWR oder mit klaren Datenschutzgarantien bevorzugen (z. B. europäische Anbieter wie Mistral).
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Schulinterne Vereinbarungen treffen, welche Tools für welche Zwecke genutzt werden dürfen.
Urheberrecht
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Keine urheberrechtlich geschützten Inhalte (fremde Texte, Bilder, Lehrmittel) ohne Erlaubnis in KI-Tools hochladen.
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KI-generierte Inhalte sind in der Schweiz aktuell nicht urheberrechtlich geschützt – eine Kennzeichnung bleibt aber wichtig.
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Bei der Nutzung in Publikationen oder Unterrichtsmaterialien: Quelle und KI-Einsatz transparent ausweisen.
Erste Schritte im Prompting
Ein guter Prompt ist die halbe Antwort. Wer KI-Tools effektiv nutzen will, lernt am schnellsten durch Ausprobieren – einige Grundprinzipien helfen aber beim Einstieg:
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Kontext geben
Beschreiben Sie kurz die Situation und Ihre Rolle: «Ich bin Sprachdozierende und unterrichte Deutsch...» -
Aufgabe klar formulieren
Sagen Sie der KI konkret, was sie tun soll: «Erstelle drei differenzierte Aufgaben zum Thema Satzbau für die Niveaus A, B und C.» -
Format und Umfang festlegen
«Antworte als Tabelle mit drei Spalten: Aufgabe, Lösung, Hinweis für die Lehrperson.» -
Beispiele liefern (Few-Shot)
Zeigen Sie der KI an einem Beispiel, wie das Ergebnis aussehen soll – das verbessert die Qualität deutlich. -
Iterieren statt aufgeben
Wenn die Antwort nicht passt: nachfragen, präzisieren, korrigieren. Prompting ist ein Dialog, kein Befehl. -
Ergebnisse immer prüfen
KI-Antworten können falsch, veraltet oder erfunden sein. Fachliche Kontrolle bleibt unverzichtbar.
Merkhilfe – die KARO-Formel: Kontext – Aufgabe - Rahmen (Format/Umfang) - Output-Beispiel
